Waschnüsse statt Waschmittel?!

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich ziemlich intensiv mit diversen Produkten des täglichen Lebens und deren Inhaltsstoffen. Ganz oben auf der Liste im Bereich Haushalt steht das Waschmittel. Einen Weichspüler benutze ich schon seit ein paar Wochen nicht mehr.

Je länger man sich mit diesem Thema befasst, desto mehr möchte man etwas daran ändern. Ich hab für mich den Entschluss gefasst, dass ich nach und nach immer mehr auf industriell hergestellte Produkte verzichten möchte.

Im Bio-Geschäft in der Nähe habe ich Waschnüsse entdeckt. Anfangs war ich sehr skeptisch was die Waschkraft der Nüsse betrifft. Trotzdem testete ich die Waschnüsse mehrere Monate lang – und ich bin begeistert! Jede Hose, jedes Shirt, alles wurde sauber! Und wir sind ein Haushalt mit zwei kleinen Kindern. Also bei uns wird die Wäsche so richtig schmutzig. Angefangen bei Schokolade- und Saftflecken, bis hin zu Gras- und Schlammflecken. Die Waschnüsse packen alles!

Anwendung:
Die Waschnüsse gibt es auch in flüssiger Form. Wir haben allerdings die richtigen Nüsse zuhause. Die Waschnüsse erwirbt man bei unserem Bioladen in einem großen Leinen-Sack. Mittlerweile muss man für diese Nüsse aber nicht extra zum Bioladen fahren, denn es gibt sie schon fast überall – DM, Rewe, Müller, … überall habe ich sie schon gesichtet.

In dem großen Leinen-Sack befindet sich neben den Waschnüssen noch ein weiteres kleines Leinen-Säckchen, welches als Waschbeutel dient. In dieses kleine Säckchen gibt man pro Waschgang 4-5 Waschnüsse. Auf dem beiliegenden Anwendungszettel steht, dass man vor dem Waschgang die Nüsse zerdrücken und zerkleinern soll. Anfangs habe ich mich jedes mal brav daran gehalten, allerdings siegte nach ein paar Monaten die Faulheit und ich habe damit aufgehört und die Nüsse im Ganzen gelassen. Ich habe keinen Unterschied feststellen können. Die Wäsche wurde mit den ganzen Nüssen genauso sauber wie die Wäsche mit den zerdrückten Nüssen.

Ich verwende das gefüllte Waschsackerl meistens für zwei bis drei Wäschen. Danach habe ich die Nüsse ausgetauscht. Je nachdem bei welcher Temperatur man die Wäsche wäscht kommt man mit einem 1-Kilo-Sack wirklich lange aus! Ich wasche meist bei 40°.

Einen einzigen Nachteil haben die Waschnüsse für mich aber: Das kleine Waschbeutel-Sackerl, welches mit den Nüssen befüllt in die Waschmaschine kommt, reißt mir nach etwa 10-15 Anwendungen immer leicht auf. Nach spätestens 20 Anwendungen habe ich ein kleines Lock im Sackerl und die ganzen Nüsse schwimmen beim Waschgang direkt in der Trommel. Für mich als begeisterte Näherin ist das kein Problem, weil ich mir aus Stoffresten schnell ein neues Sackerl nähe. Aber für Leute, die keine Nähmaschine zuhause haben, wird das sicher ärgerlich sein. Zumindest bei unserem Bio-Laden kann man dieses kleine Sackerl nicht einzeln nachkaufen.

Ich habe die nette Verkäuferin im Geschäft auf dieses Problem angesprochen. Sie gab mir den Tipp, die Nüsse in dünne abgeschnittene Stumpfhosen zu geben und mit einem Haar- bzw. Gummiband zu verschließen. Die Waschkraft soll sich dadurch nicht verändern! Selber hab ich diese Variante allerdings noch nicht getestet.

Im Großen und Ganzen sind die Waschnüsse für mich mittlerweile zur Normalität geworden. In den ersten Wochen habe ich mich ehrlicherweise aber wie eine Neandertalerin im 21. Jahrhundert gefühlt. Dieses Gefühl lässt mit jedem Waschgang ein kleines bisschen nach ;)

Lasst es mich bitte wissen, ob ihr auch Erfahrungen mit Waschnüssen oder sonstigen alternativen Waschmöglichkeiten habt und wie ihr damit zurecht kommt. Ich bin für Neues immer offen!

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